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300 Jahre unentdeckt:
Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek präsentiert
einen bedeutenden Kupferstichplatten-Schatz

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek besitzt mit einem Bestand von 869 Kupferstichdruckplatten, die größtenteils von hannoverschen Hofkupferstechern gefertigt wurden, einen weithin unbekannten Schatz. „Anders als die in graphischen Sammlungen wohl gehüteten Stiche, wurden die Druckplatten in der Vergangenheit oft stiefmütterlich behandelt”, sagt Dr. Reinhard Oberschelp, der Bearbeiter der hannoverschen Druckplatten. Der Bestand, fügt er hinzu, sei zum großen Teil seit Jahrhunderten ungeordnet und im Ganzen überhaupt nicht katalogisiert gewesen. Oberschelp weiter: „Er wurde von einer Ecke in die andere geschoben, und man muss nur froh sein, dass er nicht in einem der beiden Weltkriege als Buntmetall für militärische Zwecke abgeliefert worden ist”.

Auf den Kupferstichen sind genealogische oder historiographische Themen wie Herrscherporträts und numismatische Abbildungen zu sehen oder sie stehen in Zusammenhang mit bibliothekarischen Zwecken wie beispielsweise Exlibris. Die Illustrationen waren wichtiger Bestandteil der frühneuzeitlichen Buchkunst: Leibniz selbst stellte für seine Welfengeschichte den Kupferstecher Nicolaus Seeländer ein, dem sich über hundert der Kupferstichplatten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zuordnen lassen. Durch intensive Forschung ist es gelungen, einen Großteil der Platten einzelnen Meistern zuzuweisen.

Dass die Kupferplatten heute wieder zur Verfügung stehen, ist auch der Stiftung Niedersachsen zu verdanken. Sie hat im Rahmen ihrer Projektförderung 30.000 Euro zur Verfügung gestellt, damit die Sammlung im Göttinger DigitalisierungsZentrum digitalisiert werden konnte.

Soeben erschienen ist in den C. W. Niemeyer Buchverlagen GmbH, Hameln, eine Publikation inklusive einer CD-ROM mit dem Titel:

Kupferstichplatten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Katalog
Bearbeitet von Reinhard Oberschelp
(Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek: Schriften 1)

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