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kulturprogramm

Displaced Books
NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek Marburg
Ausstellung im Katalogsaal der GWLB
09.11.2007 bis 14.01.2008
Die Ausstellung wird im Zusammenhang mit dem Dritten Hannoverschen Symposium vom 9. November 2007 bis zum 14. Januar 2008 gezeigt.
Viele wissenschaftliche Bibliotheken haben von dem staatlich organisierten Kulturgutraub der Nationalsozialisten profitiert.
Sie dienten als Sammelstellen für verbotene Literatur, waren Nutznießer der Enteignung der aus rassischen und
politischen Gründen verfolgten Personen und erhielten Zuweisungen aus den im Krieg als Beutegut verschleppten
Büchern und Bibliotheken. Die Universitätsbibliothek Marburg recherchiert seit mehreren Jahren nach diesen
geraubten Büchern, um sie – soweit möglich – an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.
Im Wintersemester 2005/2006 konnte die Universitätsbibliothek Marburg Prof. Eckart Conze gewinnen,
im Rahmen eines Forschungsseminars mit Marburger Studierenden der Geschichtswissenschaften den Spuren einiger
dieser Bücher zu folgen. In der Ausstellung „Displaced Books” präsentieren die Studierenden
und die Universitätsbibliothek die Ergebnisse ihrer Recherchen: Bücher aus dem Besitz deutsch-jüdischer
Emigranten und politischer Gegner des NS-Systems, aus Arbeiterbüchereien und polnischen Adelsbibliotheken.
Hinzu kommen Akten, Briefe, Aufzeichnungen und Bilder, die das Schicksal der Bücher und ihrer Vorbesitzer dokumentieren.
Die Universitätsbibliothek Marburg hat im Herbst 1999 mit der Recherche nach NS-Raubgut begonnen und inzwischen
fast alle in Frage kommenden Zugänge aus den Jahren 1933 bis 1950 durchgesehen. Die Titel der Bücher und die
darin aufgefundenen Besitzvermerke wurden in einer Datenbank
erfasst und öffentlich zugänglich gemacht. In mehreren Fällen konnten bereits die rechtmäßigen Besitzer
von beschlagnahmten oder enteigneten Büchern ermittelt werden. Bis heute wurden etwa 110 Bände zurückgegeben
bzw. blieben auf Wunsch der rechtmäßigen Besitzer in der Universitätsbibliothek. Bei rund 100 weiteren
Bänden handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls um NS-Raubgut, die Suche nach den Vorbesitzern
führte aber bislang zu keinem Ergebnis. Die Recherchen werden fortgesetzt.
Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 8. November 2007, 18.00 Uhr
im Vortragssaal der GWLB
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