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aus- und fortbildung

Jüdischer Buchbesitz als Raubgut
Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
- Niedersächsische Landesbibliothek mit dem Thema des Raubes von Büchern
jüdischer Eigentümer durch Bibliotheken während der Zeit des
Nationalsozialismus. Möglichkeiten der Aneignung jüdischen Besitzes
gab es viele: Auf so genannten Juden-Auktionen ersteigerten Bibliotheken zu
Spottpreisen ehemals jüdische Bestände, oder die Gestapo lieferte
beschlagnahmte Bücher von emigrierten oder deportierten Juden frei Haus.
Hinzu kam die Übernahme von Sammlungen aus öffentlichen jüdischen
Bibliotheken sowie so genanntes Beutegut aus den besetzten europäischen
Staaten.
In den 90er Jahren haben einzelne Bibliotheken mit der Aufarbeitung dieses
Kapitels deutscher Bibliotheksgeschichte begonnen. Doch anders als die oft spektakulär
in der Öffentlichkeit wahrgenommenen Rückführungen wertvoller
Kunstsammlungen gestaltet sich das Aufspüren und Identifizieren geraubter
Bücher als schwieriges Unternehmen. Die Rückgabe der Bücher an
die Erben ist auf Grund der Quellenlage bisher nur selten möglich gewesen.
In der GWLB hat es während des „Dritten Reiches“ keine größeren
(nachweisbaren) Zugänge geraubter Bücher gegeben. Bei den bisher sicher
nachgewiesenen Büchern aus ehemaligem jüdischen Besitz konnten die
Erben nicht ermittelt werden.
Um das Thema weiter in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, veranstaltete
die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek
gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landtag am 14. November 2002 das Symposium
Jüdischer Buchbesitz als Beutegut. Auf der Tagung sollte
der aktuelle Forschungsstand reflektiert sowie ein Erfahrungstausch zwischen
den Bibliotheken ermöglicht werden, die sich mit Fragen der eigenen Erwerbungspolitik
im Nationalsozialismus beschäftigen.

(Foto: Jutta Wollenberg)
Blick auf das Podium (von links nach rechts):
Dr. Anja Heuß, Stephan Lohr, Dr. Jürgen Babendreier, Dr. Bernd
Reifenberg, Dr. Ingo Toussaint, Dr. Berndt von Egidy
Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden
folgten der Einladung zu dem ganztägigen Symposium in den Räumen des
Niedersächsischen Landtages. Als ein Ergebnis der Tagung wurde von allen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums der Hannoversche
Appell verabschiedet.
Inhaltsverzeichnis der Dokumentation
Ansprechpartner:
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Ulrich Kandolf
Waterloostraße 8
D-30169 Hannover
Tel.: 0511 - 1267-209
E-Mail: Ulrich.Kandolf@gwlb.de
Für das Jahr 2005 plant die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische
Landesbibliothek ein zweitägiges internationales Symposium zu dieser Thematik.
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