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Nach Verwirklichung strebende Aktivkräfte versus
schlummernde Potenzen – Leibniz' Konzeption des Vermögens
6. Mai 2010, 19:00 Uhr
Vortrag von:
Prof. Dr. Michael-Thomas Liske, Passau
Wodurch lässt sich das Zuschreiben eines Potentials rechtfertigen, in einer Entwicklung eine neue Bestimmung zu erwerben,
durch das in der bioethischen Debatte etwa die Menschenwürde ungeborenen Lebens begründet wird? Leibniz' Begriff der
Kraft verspricht darauf eine bedenkenswerte Antwort, wenn er in seiner metaphysischen Anwendung die scholastische Konzeption eines
bloßen Vermögens revidieren soll, das zwar so weit entwickelt ist, dass es sofort eine einschlägige Betätigung
erlaubt, aber von außen durch eine geeignete Situation aktiviert werden muss. Die Kraft ist demgegenüber ein um ein
Streben erweitertes Vermögen, das dank dieser ihm innewohnenden Tendenz von sich aus Neues beginnen kann. Setzt der Begriff
eines Potentials voraus, dass der neue Zustand durch den gegenwärtigen bereits zwingend determiniert ist oder wird das Potential
dadurch gerade trivialisiert, wenn die Entwicklung unverhinderbar ist? Zudem: Kann Leibniz bei der eigentlichen Substanz, dem Subjekt
der ursprünglichen Kraft, überhaupt eine echte Entwicklung annehmen, wo sie doch in zeitloser Weise durch den
vollständigen Begriff gegeben ist?
Ort: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Werner Kraft Vortragssaal, Waterloostr. 8, 30169 Hannover.
Eintritt frei.
Veranstalter:
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft
www.gottfried-wilhelm-leibniz-gesellschaft.de
Tel.: 0511/1267-327
info@leibnizgesellschaft.de
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